„Lassma Demokratie machen“

Ein deutsch-polnisches Musiktheaterstück

„Lassma Demokratie machen“

Ein Theaterprojekt der Theaterensemble des Ratsgymnasiums Stadthagen und des Lyceums aus Slupca/Polen

Wir laden Sie/Euch herzlich ein zur diesjährigen Aufführung des deutsch-polnischen Musiktheaterprojekts des RGS. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit dem Förderverein ehem. Synagoge Stadthagen e.V. und wird gefördert von der Kulturstiftung Schaumburg und der Bürgerstiftung Schaumburg.

In „Lassma Demokratie machen“ beschäftigen wir uns in anregender Weise mit Klimaszenarien, Protestformen und Verfassungsfragen. Das abwechslungsreiche Stück wurde von Schüler*innen gemeinsam in Slupca und Stadthagen in drei Sprachen erarbeitet, beinhaltet energiegeladene Gruppenszenen und mitreißende Musik. Mit dieser Theaterproduktion wollen wir explizit für eine offene und demokratische Gesellschaft Position beziehen.

Weitere Informationen zum Stück und zu unserer Arbeit lassen sich dem Zeitungsartikel unten entnehmen.

Anmeldung für Gruppen gerne unter: simon.chlouba@rgs.schule
oder unter: info@stadthagen-synagoge.de.

SCHULVERANSTALTUNG - Unkostenbeitrag: 2 Euro pro Person erbeten

Simon Chlouba/RGS und Andreas Kraus/Förderverein ehem. Synagoge

„Born to be wild“ – Tumult im Bus, Ruhe auf den vorderen Plätzen - die Ratsgymnasiasten in ihrem Element.

Bericht der Schaumburger Nachrichten vom deutsch-polnischen Theater-Workshop in Slupca / 17.10.2025

Schaumburger Nachrichten / FREITAG, 17. OKTOBER 2025
Sich für die Demokratie erwärmen
Ratsgymnasiasten beim deutsch-polnischen Theater-Workshop in Slupca

VON VOLKHARD RHEINHEUER
STADTHAGEN/SLUPCA. „Lass-ma Demokratie machen“, heißt das Stück, an dem ein Theaterkurs von Simon Chlouba am Ratsgymnasium in diesem Schuljahr arbeitet. Es geht dem Autor Volkmar Heuer-Strathmann darum, „Klimaszenarien, Protestformen und Verfassungsfragen“ in einem Musiktheaterstück zur Wirkung zu bringen. Für Komposition und Adaption ist Dietmar Post, früher als Musikpädagoge an der Schule tätig, zuständig. Die Initiative zu dem Projekt ging vom Förderverein ehemalige Synagoge aus. Demokratiebildung ist auch durch jüngere Entwicklungen für den Vorsitzenden Andreas Kraus und seine Mitstreiter noch stärker in den Fokus gerückt.

Nun war die Schaumburger Gruppe vier Tage im polnischen Slupca zu Gast, um mit Schülern und Schülerinnen der dortigen Partnerschule einzelne Szenen und Songs zu erarbeiten. „Wir fingen tatsächlich bei null an“, berichtet Post. Nach vier Tagen habe man sich am Stoff schon ziemlich hochgearbeitet. Das Gesamtwerk soll im Januar 2026 in der Aula des Ratsgymnasiums auf die Bühne kommen, ebenfalls als deutsch-polnisches Projekt. Unterstützt wurde die beiden Pädagogen von Jessica Schreiner, einer ehemaligen Schülerin. Auf polnischer Seite hatte Jolanta Bartkowiak die Leitung inne.

Im Stück geht es um die Proteste einer Berliner Kleinkunst-gruppe mit dem Namen „Flüs-terAsphaltKrachBetonAktion“ (FAKBA). Ähnlichkeiten mit der inzwischen überholten oder gebremsten Letzten Generation sind nicht zufällig. Man beschuldigt die jungen Leute, durch eine Aktion auf einer Autobahnbrücke mit folgendem Stau den Tod einer Radfahrerin fahrlässig verursacht zu haben. Wie in einem ähnlichen realen Fall in Berlin im Jahr 2021 war sie unter einen Betontransporter geraten. Ein Rettungskranwagen gehörte zu den Blockierten. Im Stau stehen auch Schüler, die zu einem Demokratie-Workshop unterwegs sind. Sie können oder müssen mit der Arbeit schon im Bus beginnen – etwa am Titelsong „Lassma Demokratie machen“. Man erwärmt sich für die Demokratie. In Slupca einigten sich die Betei ligten schnell per Abstimmung auf ihre Schwerpunkte. „De-mocracy is coming“ von Leo-nard Cohen gehörte auch dazu. Durch chorische Darstellung kamen alle zum Einsatz. Im Stück selbst ist viel Spannung im Raum, nicht nur durch den Unfallschock. Ein Zögling leugnet den Klimawandel und polemisiert, andere plädieren für mehr Störmanöver. Um direkte Demokratie geht es auch. Es wird auf die Verantwortung des Staates für die Erhaltung der Lebensgrundlagen nach Artikel 20a des Grundgesetzes hingewiesen.

Der zuständige Pädagoge, in Slupca von Kamil Michalak gespielt, ist also voll gefordert, zuerst im Bus, dann im Bildungszentrum plus Freizeit. Was das deutsch-polnische Ensemble in so kurzer Zeit erreichte an sprachlicher und körperlicher Ausdruckskraft und Bühnensicherheit, führte nach zwei Aufführungen zu viel Applaus.

Im konkreten Fall konnten die Anschuldigungen juristisch eindeutig zurückgewiesen werden. Die Frage nach der Grenze von Protestformen in der parlamentarischen Demokratie und nach privater Herrschaftsfreiheit in Heizungskellern blieb bestehen. Der Song „Wir steigern den CO2-Aus-stoß“ dürfte im Januar 2026 vielen melodisch bekannt vorkommen. Durch Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU), so der Autor, sei der Konflikt zwischen Ökonomie und Ökologie wieder verschärft worden – auf demokratischer Grundlage.

Unterstützt wird das Projekt der Demokratiebildung, in dem das zentrale „Volkslied“ mit „Lassma Stimmzettel krachen“ ausklingt, von der Bürgerstiftung Schaumburg.

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