VERANSTALTUNG ABGESAGT

Die Veranstaltung "Es wird wieder Tag" muss leider krankheitsbedingt abgesagt werden.

Wir bitten um Ihr Verständnis!

 

Lesung & Gespräch mit Minka Pradelski
Veranstaltung anlässlich des Antikriegstages fällt aus

Nach Ende des 2. Weltkriegs lebten auf dem Gebiet des besetzten Deutschland zahlreiche Menschen in sogenannten Lagern für „Displaced Persons“ (DP), die in von den US-Besatzungsbehörden gegründet worden waren, um heimatlosen Menschen auch aus den Konzentraitonslagern ein erstes Obdach zu gewähren. Zahlreiche Juden aus Polen, der Sowjetunion, Litauen und Ungarn lebten beispielsweise in Baracken in einem Frankfurter Stadtteil.

Anlässlich des 1. September, der seit langem als Antikriegstag gilt und auf dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine in diesem Jahr besonders aktuell ist, haben die GEW und der Verein ehemalige Synagoge Stadthagen die in Frankfurt lebende Autorin Minka Pradelski eingeladen. Die Soziologin und Tochter von Holocaust-Überlebenden machte letztes Jahr u.a. im Literarischen Quartett des ZDF Furore mit ihrem Roman „Es wird wieder Tag“, der sich teilweise wie die Summe des bisherigen Lebens der gebürtigen Frankfurterin liest.

Sie war 1947 im besagten Lager für „Displaced Persons“ zur Welt gekommen als Kind zweier polnischer Juden aus Lodz, die zu traumatisiert waren um über das Grauen in den Konzentrationslagern mit ihrer Tochter zu sprechen. Schweigen war somit die Folge, was für das heranwachsende Kind sehr unbefriedigend war.

In ihrem Roman versucht die Schriftstellerin dennoch, die Erfahrung von Verfolgung und KZ möglichst genau darzustellen und das Grauen mit Beiläufigkeit zu bannen und trotz allen Schreckens eine optimistische Note in Bezug auf die Zukunft einfließen zu lassen. Für den Roman konnte die Soziologin in langer Arbeit für die vom US-Regisseur Steven Spielberg gegründete Shoah Foundation Material sammeln.

Minka Pradelski, 1947 als Tochter Überlebender im DP-Camp Zeilsheim geboren, studierte Soziologie in Frankfurt am Main und arbeitete danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Clemens de Boor im Sigmund-Freud-Institut an dem Projekt »Nachwirkungen massiver Traumatisierungen bei jüdischen Überlebenden der NS-Zeit«. Darüber hinaus war sie viele Jahre ehrenamtlich für die USC Shoah Foundation tätig. Sie lebt in Frankfurt am Main. Nach ihrem erfolgreichen Roman »Und da kam Frau Kugelmann« folgt mit »Es wird wieder Tag« ein wichtiges Buch über ein Kapitel deutscher Geschichte, dessen Zeitzeugen schwinden.

Karten für die Veranstaltung, die am 1. September um 19.30 Uhr in der ehemaligen Synagoge Stadthagen stattfindet, gibt es im Vorverkauf im I-Punkt, in der Alten Polizei und in der Buchhandlung Schmidt.

Eintritt: 5,- €

In Kooperation mit der GEW Schaumburg, Alte Polizei Stadthagen und der Ehemaligen Synagoge Stadthagen.

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