Menschen im Warschauer Ghetto – Alltag und Widerstand

Vortrag & Gespräch mit Dr. Markus Roth

Im November 1940 riegelten die deutschen Besatzer in Warschau ein Ghetto ab – das größte im deutsch besetzten Europa. Mehr als 400.000 Menschen lebten hier auf engstem Raum, litten unter Hunger, Krankheiten und willkürlicher Gewalt. Zugleich versuchten sie, ihren Alltag zu gestalten, eine Gegenwelt zum Schrecken des Ghettos zu errichten.

In seinem Vortrag erzählt Markus Roth vom Leben der Menschen im Ghetto, von ihren Strategien gegen Hunger und Not, von den Nischen, die sie sich für Kultur, für Liebe und fürs Lachen schufen. Überdies richtet er den Blick auf die vielfältigen Formen von Widerstand, die sich im Ghetto vom ersten Tag an gebildet haben und die im Frühjahr 1943 schließlich in einen großen bewaffneten Aufstand mündeten. Wer waren die mutigen Frauen und Männer, die sich wehrten? Was waren ihre Ziele? Und was wurde aus ihnen?

So entsteht ein Porträt der Menschen im Ghetto, das nah an ihrem Alltag ist und ihre Geschichten in den Mittelpunkt rückt.

Unser Referent:

Markus Roth, geb. 1972, ist Historiker am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main. Er hat zur deutschen Besatzungspolitik in Polen geforscht sowie Bücher über „Juden in Krakau unter deutscher Besatzung“ (Wallstein Verlag) und über „Das Warschauer Getto – Alltag und Widerstand im Angesicht der Vernichtung“ (C.H. Beck) veröffentlicht. Zuletzt beschäftigte er sich mit frühen Zeugnissen zum Holocaust. In seinem aktuellen Forschungsprojekt geht es um die Ausplünderung der polnischen Juden sowie um Fragen von Entschädigung und Rückerstattung nach 1945.

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