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Ein Opfer der Euthanasie im 3. Reich bekommt einen Ort und einen Namen

Unser Vorsitzender, Andreas Kraus, hat Frieder Korff, unser Mitglieder und aktiver Glaskünstler, am 8. Oktober auf einer sehr besonderen Reise nach Brandenburg / Görden begleitet: Es ging darum dem zweijährigen Martin, getötet im Rahmen der Euthanasie, einen Stein zu setzen und ihm einen Erinnerungsort zu geben.

Wenig weiß man, wo Martin geblieben ist. Sicher ist nur sein Tod mit den fadenscheinigen Begründungen der T4 - Euthanasie-Aktion. Die Brandenburger Klinik schien ein sicherer und hilfreicher Ort zu sein. Sie wurde aber zum Todesort des zweijährigen Martin.

Über den Tag in Brandenburg / Görden schreibt Frieder Korff:

Gegen Mittag erreichten wir die Asklepios - Klinik und wurden von dem Geschäftsführer, dem Arzt der Jugendpsychiatrie und der Personalleiterin des Krankenhauses, begrüßt. Mit Patienten leben dort über 600 Menschen. In der Vorstellungsrunde wurde dann im Beisein des Ausstellungsleiters Herr Dr. Hauer, die Vorbereitung der Legung der Grabplatte für meinen Bruder Martin, die wir mitbrachten, besprochen.
Nach dem freundlichen Empfang gingen wir gemeinsam – bei strömenden Regen - über das weiträumige Gelände bis zum Begräbnisort. Der lag nach Martins herbeigeführten Tod 1940 (geb. 1938), auf einem großen Wiesengelände. Beweise für die vielen Massenkindergräber gibt es nach 86 Jahren nicht. Vor langer Zeit wurde die Rasenfläche mit Bäumen bepflanzt. Die Krankenhausleitung hatte einen sonnigen Platz für die Grabplatte vorbereitet und legte ein Blumengebinde mit einer Trauerschleife neben den Stein. Diese bewegende Handlung hat mich wieder getroffen, merkte ich doch die höfliche Anteilnahme und die Unterstützung nach so vielen Jahren an dem Tod meines kleinen Bruders.
Ich legte unter den Stein einen kleinen gläsernen Engel aus meiner Werkstatt - mein Gruß an meinen Bruder.
Es war gut, Andreas an meiner Seite auf der langen Rückfahrt zu wissen und in Gesprächen die unmenschliche Geschichte aus der dunkelsten Zeit in Deutschland - nicht nur in meiner Familie – auszutauschen.

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